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3. September 2006

Faunistik der Käfer Südwestdeutschlands: 50 Arten online !

Nach umfangreichen Vorarbeiten können wir nun die ersten Käferarten im Internet präsentieren. Sicher werden die Verbreitungskarten noch mehr oder weniger große Erfassungslücken aufweisen, aber wir hoffen auf die Mitarbeit vieler interessierter Koleopterologen, um zügig Aktualisierungen und neue Artinformationen einarbeiten zu können. Genauere Hinweise dazu sind auf der Seite „Faunistik“ –
Info Faunistik“ zu finden.

Johannes Reibnitz, Karin Wolf-Schwenninger, Klaus Hemmann        
 

EDV-Code

Buck-Code

Familie

Artname

Steckbrief von...

Gesellschaft

01-.041-.066-.

02.162.020

Carabidae

Harpalus subcylindricus

K. Wolf-Schwenninger

23-.045-.001-.

04.074.010

Staphylinidae

Ochthephilus flexuosus

K. Wolf-Schwenninger

23-.154-.005-.

05.069.010

Staphylinidae

Tachyusa balteata

K. Wolf-Schwenninger

27-.002-.028-.

06.030.010

Cantharidae

Cantharis cryptica

F. Bretzendorfer

27-.005-.003-.

06.035.040

Cantharidae

Rhagonycha translucida

F. Bretzendorfer

27-.009-.028-.

06.047.060

Cantharidae

Malthodes holdhausi

F. Bretzendorfer

31-.012-.001-.

06.095.020

Cleridae

Tarsostenus univittatus

J. Reibnitz

31-.014-.001-.

06.097.020

Cleridae

Necrobia ruficollis

J. Reibnitz

32-.001-.001-.

06.099.010

Derodontidae

Derodontus macularis

J. Reibnitz

34-.018-.004-.

06.141.020

Elateridae

Lacon querceus

J. Reibnitz

35-.001-.001-.

06.187.010

Cerophytidae

Cerophytum elateroides

J. Reibnitz

36-.012-.001-.

06.199.020

Eucnemidae

Xylophilus corticalis

J. Reibnitz

491.004-.001-.

07.212.020

Bothrideridae

Anommatus reitteri

J. Reibnitz

54-.002-.001-.

07.106.020

Erotylidae

Triplax aenea

J. Reibnitz

54-.002-.003-.

07.106.040

Erotylidae

Triplax russica

J. Reibnitz

54-.002-.008-.

07.107.050

Erotylidae

Triplax lepida

J. Reibnitz

54-.002-.009-.

07.107.060

Erotylidae

Triplax rufipes

J. Reibnitz

54-.002-.010-.

07.107.030

Erotylidae

Triplax collaris

J. Reibnitz

561.003-.001-.

07.098.010

Laemophloeidae

Notolaemus castaneus

J. Reibnitz

59-.004-.002-.

07.194.030

Mycetophagidae

Mycetophagus ater

J. Reibnitz

59-.006-.001-.

07.196.020

Mycetophagidae

Berginus tamarisci

J. Reibnitz

60-.005-.001-.

07.202.130

Colydiidae

Rhopalocerus rondanii

J. Reibnitz

60-.014-.003-.

07.208.030

Colydiidae

Cicones undatus

J. Reibnitz

61-.012-.001-.

07.227.010

Endomychidae

Mycetina cruciata

J. Reibnitz

65-.004-.001-.

07.283.030

Cisidae

Wagaicis wagai

J. Reibnitz

65-.006-.012-.

07.287.020

Cisidae

Cis quadridens

J. Reibnitz

Fomitopsis

65-.007-.003-.

07.294.050

Cisidae

Ennearthron pruinosulum

J. Reibnitz

66-.001-.001-.

08.010.010

Lyctidae

Trogoxylon impressum

J. Reibnitz

713.001-.001-.

07.103.010

Prostomidae

Prostomis mandibularis

J. Reibnitz

80-.002-.001-.

08.201.020

Melandryidae

Mycetoma suturale

J. Reibnitz

80-.007-.003-.

08.205.040

Melandryidae

Abdera quadrifasciata

J. Reibnitz

83-.014-.001-.

08.247.010

Tenebrionidae

Bolitophagus reticulatus

J. Reibnitz

Fomes

83-.018-.001-.

08.249.010

Tenebrionidae

Neomida haemorrhoidalis

J. Reibnitz

Fomes

83-.027-.002-.

08.257.020

Tenebrionidae

Diaclina fagi

J. Reibnitz

87-.002-.001-.

09.011.010

Cerambycidae

Megopis scabricornis

J. Reibnitz

87-.059-.001-.

09.065.020

Cerambycidae

Cyrtoclytus capra

U. Bense

87-.065-.007-.

09.072.020

Cerambycidae

Dorcadion fuliginator

J. Reibnitz

88-.064-.001-.

09.251.030

Chrysomelidae

Podagrica fuscicornis

J. Reibnitz

Malvaceae

88-.064-.003-.

09.251.010

Chrysomelidae

Podagrica fuscipes

J. Reibnitz

Malvaceae

91-.021-.001-.

10.067.020

Scolytidae

Lymantor coryli

J. Reibnitz

925.007-.001-.

10.143.010

Apionidae

Aspidapion radiolus

J. Reibnitz

Malvaceae

925.007-.002-.

10.142.050

Apionidae

Aspidapion validum

J. Reibnitz

Malvaceae

925.007-.003-.

10.142.040

Apionidae

Aspidapion aeneum

J. Reibnitz

Malvaceae

925.008-.001-.

10.143.020

Apionidae

Alocentron curvirostre

J. Reibnitz

Malvaceae

925.014-.001-.

10.142.020

Apionidae

Pseudapion rufirostre

J. Reibnitz

Malvaceae

925.014-.003-.

10.142.030

Apionidae

Pseudapion moschatae

J. Reibnitz

Malvaceae

925.015-.001-.

10.141.010

Apionidae

Malvapion malvae

J. Reibnitz

Malvaceae

925.016-.001-.

10.143.030

Apionidae

Rhopalapion longirostre

J. Reibnitz

Malvaceae

93-.132-.001-.

11.160.010

Curculionidae

Gasterocercus depressirostris

J. Reibnitz

93-.027-.

Curculionidae

Pachyrhinus lethierryi

J. Rheinheimer


In Vorbereitung befindliche Familien und Arten, wir bitten um Mitarbeit !       
Artenliste

 

31. August 2006

Cynaeus angustus (Leconte, 1851) (Coleoptera: Tenebrionidae),
eine neue Adventivart in Mitteleuropa?


Im Jahre 1999 fing M. Persohn in Herxheimweyer (Pfalz) 1 Exemplar des in Amerika beheimateten Tenebrioniden Cyaneus angustus in seinem Haus (det. W. Schawaller; Beleg im Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart). Dem Fund wurde keine große Bedeutung zugemessen, da von einer einmaligen Einschleppung auszugehen war.
2006 gelang J. Reibnitz ein weiterer Fund im Komposthaufen eines Gartens südlich Büchig (Baden). 1 Ex. befindet sich in der Sammlung des Finders.

Es scheint also so, dass sich Cynaeus angustus in Deutschland etabliert hat. Dabei ist aber bislang noch nicht klar, ob die Art einmalig nach Europa eingeschleppt wurde, und sich dann von dort aus momentan verbreitet – oder ob es mehrfache Verfrachtungen gegeben hat oder noch gibt. Weitere Meldungen sind daher sehr erwünscht.

Literatur: Reibnitz, J. & Schawaller, W. (2006): Cynaeus angustus (Leconte, 1851) (Coleoptera: Tenebrionidae), eine neue Adventivart in Mitteleuropa? – Mitt. ent. V. Stuttgart (in Vorbereitung).


28. August 2006

Aufruf zur Mitarbeit !  Der Schmalflüglige Pelzbienenölkäfer Sitaris muralis
eine in Deutschland sich ausbreitende Käferart?

 

Der Schmalflüglige Pelzbienenölkäfer Sitaris muralis ist im Gegensatz zu seinen Verwandten, den auffälligen Maiwürmern der Gattung Meloe oder der schillernden Spanischen Fliege Lytta vesicatoria, mit 7 bis 15 mm eine relativ kleine, unauffällige und wenig bekannte Ölkäfer-Art.

So unscheinbar der Käfer auch sein mag, seine Reproduktionsstrategie ist hingegen sehr komplex. Denn die Larven von S. muralis entwickeln sich parasitisch in den Nestern von mauer– und erdnistenden Pelzbienen, in die sie sich phoretisch eintragen lassen und wo sie sich von deren eingetragenen Vorräten ernähren. Geeignete Nistmöglichkeiten finden die Pelzbienen vor allem im urbanen Bereich in alten, unverputzten Fachwerk- und Ziegelwänden sowie regengeschützten, wenig oder unbewachsenen und sonnenexponierten Stellen an Hauswänden oder unter Balkonen. Aber auch Kleinstbiotope wie offene Mauerritzen, Fugen, Stopper von Rolläden sowie Wildbienennisthilfen stellen geeignete Sekundärlebensräume dar. Wenige Tage nach dem Schlupf der Imagines zwischen Ende Juli und Anfang September findet die einmalige Eiablage statt. Die Gelege werden in der unmittelbaren Nähe der Wirtsbienennester an festes Substrat geheftet. Bald danach sterben die Weibchen. Nach dem Schlupf wenige Wochen später verbleiben die Larven anschließend nahezu reglos unter den leeren Eihüllen, ehe sie sich im folgenden Frühjahr im Bereich der Nester verteilen und an die zuerst ausfliegenden männlichen Bienen klammern. Bei der Kopula wechseln sie auf die weiblichen Bienen und lassen sich in die neuen Brutkammern eintragen.

Früher wurden Pelzbienen und ihr Wirt S. muralis regelmäßig auch in halbnatürlichen Lebensräumen wie Hohlwegen und Lößwänden gefunden. Diese sind jedoch zu einem großen Teil aus unserer Kulturland-schaft verschwunden, so dass Fundmeldungen aus diesen Biotopen mittlerweile selten sind.


S. muralis
war bis vor wenigen Jahren ausschließlich aus dem Rheintal bzw. der Rheinebene Baden-Württembergs, Rheinland-Pfalz und Hessens bekannt. Zudem liegen historische Funde aus Hamburg und Sachsen-Anhalt vor. Zu Beginn der 90er Jahre wurde sie auch aus Kleve in Nordrhein-Westfalen sowie anschließend aus Brühl und Bonn und weiteren Stellen am Niederrhein gemeldet. 2001 wurde die Art an der Mosel in Neumagen-Drohn sowie 2002 und 2004 im Neckartal bei Schwaigern gefunden. Im vergangenen Jahr gelang ihr Nachweis auch aus Niedersachen in Wathlingen bei Celle.

Diese Ergebnisse legen nahe, dass sich S. muralis zum einen entlang des Rheins Richtung Norden, zum anderen in rheinfernere Gebiete (Neumagen-Drohn, Schwaigern, Wathlingen) ausbreitet. Um die Ver- und ggf. Ausbreitung von S. muralis jedoch besser beurteilen zu können sollen möglichst viele Fundmeldungen aus Deutschland sowie den angrenzenden Benelux-Ländern zusammengetragen werden. Daher werden alle naturkundlich Interessierten aufgerufen entsprechende Beobachtungen und Funde mitzuteilen. Als sichere Belege sind Fotos, aber auch Belegtiere willkommen. Portokosten können erstattet werden. Eine Übersicht aller bisher verfügbaren Nachweise in Deutschland und den angrenzenden Ländern findet sich bei Lückmann (im Druck).

Literatur

Lückmann, J. (im Druck). Sitaris muralis (Foerster, 1771) neu für Niedersachen (Coleoptera, Meloidae) sowie Stand der aktuellen Verbreitung der Art in Deutschland. – Entomologische Zeitschrift.

Kontaktadresse: 
Dr. Johannes Lückmann, Leo-Grewenig-Straße 3, D-64625 Bensheim