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Re: mal was Neues

Geschrieben von: Klaas Reißmann
Datum: 1.Februar 2021, 21:06 Uhr

Antwort auf: Re: mal was Neues (Herbert Nickel)

Lieber Herbert,

ich bin ein überzeugter Befürworter Deiner Thesen zur Beweidung und allgemein der Nutzung von Weideflächen. Aber auch wenn Du vom Grundprinzip her Recht hast, denke ich, dass Du die Wirkung von Giften, wie Neonicotinoide, sehr stark unterschätzt. Du übersiehst hier auch den Punkt, dass Du an den anderen Teilnehmern dieser Diskussion in gewissen Grenzen vorbei diskutierst. Denn was die von Dir propagierte Nutzung der Weideflächen betrifft, führst Du ja vor allem immer wieder das Arteninventar an, nicht aber die Biomasse im Ganzen. Und hier liegt Ja das Grundproblem. Es geht beim Insektensterben ja nicht um Aussterbeereignisse einzelner Arten, sondern um den massiven Schwund der Biomasse im Ganzen. Und dieser Schwund beträgt nun mal nachweislich bis zu 90% in einzelnen Biotopen, und dass ohne Ausnahme. Egal ob Wirtschaftsfläche, Brachfläche, Schutzgebiete oder sonst was.

Ist ein Schutzgebiet schlecht gepflegt, leidet darunter das Arteninventar, aber nicht die Biomasse, da die Arten, denen das veränderte Biotop nicht zusagt, zwar verschwinden, aber neue Arten, denen das veränderte Biotop zusagt, diese ersetzen, und zwar nicht nur die Nische und mit ihrer Anwesenheit als Art, sondern auch in der Masse. Und ich denke, dass ein überdeutlicher Hinweis, welche Gifte dafür verantwortlich sind, durchaus über eine chemische Analyse zu finden ist. Denn ich würde meinen Arsch darauf verwetten, dass in allen Biotopen, die entsprechend beeinträchtigt sind, entweder die Gifte oder deren Abbauprodukte nachzuweisen sind. Der Masseschwund ist mit einer falschen Pflege nicht zu erklären, das fehlende Arteninventar hingegen schon. Aber das fehlende Arteninventar ist nicht Grundlage dieser Diskussion.

Liebe Grüße
Klaas

> Habe ja nix dagegen, wenn jemand alte Äcker retoriert, es bringt nur
> für die Artenvielfalt viel weniger als die Schaffung einer
> halboffenen Weidelandschaft. Jeder, der sich mal in Rumänien so was
> angeschat hat, hat sofort bei uns ausgestorbene Arten entdeckt. Die
> Schaffung einer großflächigen extensiven Rinderweide (gern auch mit
> Pferden) bringt insektenschutzmäßig von allen Maßnahmen, die ich
> kenne, die mit Abstand meiste Biomasse zurück. Selbst der extensivste
> Acker wird jedes Jahr mindestens einmal umgebrochen. Deshalb können
> dort die allermeisten unserer Arten einfach nicht leben. Allein unter
> den Bestäubern sind die meisten Arten an ausdauernden Pflanzenarten
> und nicht an einjährigen, fallen also auf dem Acker zu 100 % raus.

> Wenn die Neonics vom Acker sind, bleiben immer noch andere Gifte und
> der alljährliche Umbruch, die Ernte etc. Der größte Feind unserer
> Biodiversität sind die Maschinen.

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