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Re: Präparation geschützter Insekten

Geschrieben von: Petr Z á b r a n s k ý
Datum: 11.April 2013, 22:39 Uhr

Antwort auf: Re: Präparation geschützter Insekten (Christian S-E)

Christian S-E hat geschrieben:
"wirklich jede morsche Birke (das waren nicht sehr viele) zerbröselt..."

Ich kenne keine Prachtkäferart in Europa, die in morschem Holz leben würde. Was Birke betrifft, Dicerca furcata ist, soviel ich weiß, aus ganz Rheinland-Pfalz unbekannt, und Agrilus betuleti fällt wohl nicht in die Kategorie "irgend etwas sehr seltenes" (und in die Kategorie "Morschholzbewohner" schon gar nicht – bei einer Dicerca ließe sich darüber eventuell noch streiten, ob ein verspätetes Stück noch drinnen sein kann, wenn das Holz morsch geworden ist).

"...ich habe die Art vergessen."
Hm. Schade. :-)

"...eine Buprestis-Art aus Marokko...Tal irgendwo im Atlas"
Damit kannst du nur Buprestis atlas gemeint haben – in den letzten 30 Jahren sind in der Gattung nur zwei neue Arten aus Nordafrika beschrieben worden; die andere (bilyi) wurde nicht von einem Stuttgarter beschrieben, lebt in Tamarix und nicht im Atlasgebirge. Wenn ich es richtig im Kopf habe, ist Zeder die Brutpflanze von Buprestis atlas. Die von dir präsentierte Geschichte kann ich aus folgenden Gründen nicht nachvollziehen:

  • Buprestis atlas gehört in die Verwandtschaft von cupressi und guttatipennis. Soweit mir bekannt ist, entwickeln sich die Larven dieser Arten in lebendem Holz – das Absägen toter Äste macht diesen Prachtkäfern erstens nichts aus und passt zweitens besser zum Brennholzmachen des örtlichen Ziegenhirten.
  • In den letzten 20 Jahren habe ich Insektenbörsen in Prag selten geschwänzt, aber Buprestis atlas habe ich dort kein einziges Mal gesehen (wie die Art aussieht, weiß ich, ich habe ein Paratypenpärchen). Wenn tschechische Kollegen, mit welchen ich mich, wie du eventuell weißt, auch auf tschechisch unterhalten kann, den "dutzendfach" gefunden hätten, würde ich es mit nicht geringer Wahrscheinlichkeit wissen.

Nur am Rande – Agrilus guerini, Lamprodila dives und Dicerca-Arten würde ich nicht als "mehr oder weniger häufig" bezeichnen.

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