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Re: M. tenella - Ergänzung

Geschrieben von: Ewald Jansen
Datum: 4.April 2013, 23:32 Uhr

Antwort auf: Re: M. tenella - Ergänzung (Tina Schulz)

Hallo Tina!

> Das ist wirklich interessant, dass dieser Chevin praktisch fast
> nichts über diese Art weiß und trotzdem eine Publikation über sie
> herausgegeben hat. Wovon handelt denn der Rest des Buches? ;-)

Das "Buch" ist eine 1,5-seitige kleine Arbeit in einer französischen entomologischen Fachzeitschrift. Der Wissenszuwachs bestand darin, dass (1) die Art mit dieser Arbeit zum ersten Mal für Frankreich nachgewiesen wurde und (2) er erstmalig die Penisvalve gezeichnet hat. (Falls Du die Arbeit im Original sehen möchtest, kann ich Dir eine pdf zusenden ...)

> gibt es vielleicht eine "neue Auflage" bzw. Publikation mit
> neueren Ergebnissen? Immerhin ist 1985 (1981) schon ziemlich lange
> her,

In meiner Literaturdatenbank - die in Bezug auf Taxonomie, Faunistik und Biologie der Pflanzenwespen für Mitteleuropa zu mindestens 95% vollständig sein sollte, habe ich genau 5 Titel, bei denen das Stichwort "M.tenella" auftritt (aus den Jahren 1877, 1887, 1980, 1982 und 1985) [faunistische Arbeiten sind dabei nicht vollständig verschlagwortet]. Chevin war also der letzte, der Wesentliches zur Kenntnis der Art beigetragen hat.

> und ich kann mir kaum vorstellen, dass Chevin (oder jemand
> anders) nicht weiter an dieser interessanten, fast unerforschten Art
> geforscht hat?

Doch, genau so ist das. Auch bei guter Kenntnis der Biotope, in denen man der Art begegnet, findet man sie halt nur ab und zu, alle paar Jahre wieder mal. Schlechte Voraussetzung, um gezielt die Biologie im Detail zu erforschen; was nicht heißen soll, dass das nicht irgendwann jemandem gelingt.
Immerhin haben wir in ME mehr als 750 Pflanzenwespenarten und M.tenella ist nicht die einzige Art, deren Biologie nur bruchstückhaft bekannt ist.

> möglicherweise werde ich der erste Mensch der Welt sein, der die
> Larven zu Gesicht bekommt ;-))) (Nur leider könnte sie mir dann auch
> niemand bestimmmen, grins!)

Nur zu, jeder kleine Fortschritt zählt. Tja, und die unbekannte(n) Larve(n) sollten natürlich nach den Regeln der Kunst beschrieben werden (soll heißen, Fotos sind hilfreich, reichen aber nicht ...); dann hilft nur die sorgfältige Zucht zu Imago. Wenn's nicht so schwierig wär, wär's also ganz einfach: aber auch versierten Züchtern gelingt das bei weitem nicht immer.

Viele Grüße
Ewald

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