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Re: Barcode of Life, Fluch oder Segen?

Geschrieben von: David Bachler
Datum: 24.Februar 2013, 12:22 Uhr


Hallo zusammen!

Bedingt durch eine aktuelle Beschäftigung mit dem Thema Arterkennung durch DNA Barcoding bin ich durch Internetrecherche auf diesen Foreneintrag gestoßen. Da sich hier ja Experten die direkt am Projekt beteiligt sind zu Wort gemeldet haben, würde ich diesen schon älteren Beitrag gerne noch einmal aufgreifen, da man sich an offizieller Stelle meiner Erfahrung nach doch sehr Auskunftsscheu gibt.
Bis vor kurzen stellte sich die Frage Arterkennung durch DNA Analyse für mich noch nicht, ich stand dem ganzen aber alles andere als ablehnend gegenüber wie einige andere Kollege.
Nun steht für die von mir zurzeit bearbeitete Gattung kein konventionell arbeitender Experte mit ausreichendem Zeitbudget für die Bestimmung zur Verfügung, so dass ich mich erstmalig näher mit dem Thema Barcoding beschäftigte.
Die anfängliche, vielleicht naive, Euphorie meine Tiere nun doch endlich mit Hilfe des Barcoding bestimmt zu bekommen, wird doch mit hohen Erfassungszahlen einzelner Tiergruppen geworben, wurde nach einem Blick in die BOLD Datenbank erheblich gedämpft. Ganze acht sehr häufige, mitteleuropäische Arten wurden bisher sequenziert, was nur ein Bruchteil der paläarktisch verbreiteten Gattung ist.
Und wenn ich mir jetzt als Beispiel den Erfassungsstand der gesamten Coleoptera ausrechne, komme ich zu einem Erfassungsgrad von knapp 4 % der weltweit bisher beschriebenen Arten. Und bei diesen 4 % wird es sind wahrscheinlich um die häufigen, leicht zu sammelnden und zu bestimmenden Arten handeln, die für die meisten Anwender eh uninteressant sind.
Gehe ich nun davon aus, dass seit etwa 10 Jahren Daten gesammelt werden kann man sich leicht ausrechnen, wann die ganze Arteninventur abgeschlossen ist.
Und da erfahrungsgemäß Sammlungen in den ersten Jahren am stärksten wachsen, wird sich wohl die Wachstumsrate eher verlangsamen als beschleunigen.
Hinzu kommt, dass die Experten die in der Lage sind Arten richtig anzusprechen, eher weniger als mehr werden oder leider nicht gewollt sind am Projekt mitzuarbeiten.
Nun ist, wie oben schon erwähnt wurde, das Bestimmen von Arten per Barcoding bei der faunistischen Arbeit vielleicht nur am Rande betrachtet interessant. Aber dennoch würde mich interessieren, ob Faunisten diese Methode schon nutzen.
Oder wird hier nicht etwas beworben und in Aussicht gestellt, was vielleicht mit einigen Ausnahmen, in der näheren Zukunft nicht gehalten werden kann?

Viele Grüße

David Bachler

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